Freunde der Homöopathie melden sich zu Wort
Im politischen Sommerloch führen wieder einmal einige Volksvertreter unter dem Deckmantel der Kostenoptimierung ihren ganz uneigennützigen und nicht durch Lobbyisten motivierten Kreuzzug gegen die Homöopathie.
Ganz nüchtern betrachtet, sollte es doch eigentlich nur um die Frage gehen, ob gesetzliche Krankenkassen auch weiterhin homöopathische Behandlungen übernehmen dürfen, wenn, ähnlich wie bei einer Zusatzvereinbarung für besseren Zahnersatz, im Vorfeld ein Zusatzbeitrag vereinbart wurde.
Natürlich geht es hier ausschließlich um das Wohl des Patienten und um die dringend nötige Kostenersparnis an der richtigen Stelle. Ihre aussergewöhnliche Kompetenz, ein feines Gespür für eine gute Investition sowie ihre Glaubwürdigkeit haben die Vertreter in Berlin ja erst jüngst bei der Bekämpfung einer drohenden Pandemie unter Beweis gestellt.
„Wenn es doch sogar auf der Online-Ausgabe eines wöchentlich erscheinenden Boulevard-Magazins für Schlipsträger mit rotem Einband zu lesen ist, muss doch etwas wahres dran sein. Oder nicht?“
Gut ausgebildete Homöopathen lassen sich wohl kaum von der aktuellen medialen Schlammschlacht beeindrucken. Als austherapiert abgestempelte Patienten mit chronischen Erkrankungen oder Schmerzen, die jahrelang brav jede chemische Substanz geschluckt haben, und denen letztendlich dann doch nur die Homöopathie ein wenig Lebensqualität und Freude zurückgegeben hat, werden beim Anblick dieser naturwissenschaftlichen Dogmatik und Dickköpfigkeit wohl zu Recht wütend.
Der weitaus größere Schaden entsteht allerdings beim wichtigen Nachwuchs. Naturheilkundlich interessierte Medizinstudenten an den Universitäten und junge Therapeuten sowie neue Patientinnen und Patienten mit Berührungsängsten werden mit handselektierten und zum Teil veralteten Informationen im Moment systematisch verunsichert. Die Berichterstattung ist nicht selten verzerrt, einseitig scharf und kompromisslos.
Dogmatisches Schwarz-Weiß-Denken, richtig und falsch, wahr und unwahr ist das Gegenteil von konstruktiver kritischer Bewertung. Wer lediglich die reine Naturwissenschaft als Wissenschaft anerkennt, übersieht dabei dass der Mensch mehr ist als eine auf Gesetzmäßigkeiten basierende Maschine. Einer scharfen, einseitigen und kompromisslosen Berichterstattung fehlt es darüber hinaus an Respekt für die klinischen Erfahrungen anders Praktizierender. Kritik dieser Art ist der lebendige Beweis für ein begrenztes Weltbild.
Sind es nicht gerade die bereichernden Erkenntnisse und Erfolge der Homöopathie, die immer wieder erneut die Begrenztheit eben dieses staren Systems aufzeigen?
In Anbetracht der mediale Dauerpenetration mit kontinuierlichen Fehlinformationen und Halbwahrheiten sollten wir, die Begeisterten, die Anhänger und die Freunde der Homöopathie, uns nicht all zu sehr nur darauf verlassen, dass sich das Gute letztendlich durchsetzen wird. Die Verantwortung liegt vielmehr in der Hand eines jeden Einzelnen. Erfahrungen und Erfolge müssen auch weiterhin durch Arbeitsgruppen, Foren und Aktionen öffentlich geteilt und vermittelt werden. Kritik von außen kann, sofern sie ehrlich und konstruktiv ist, auch unter Homöopathen sehr hilfreich sein.